One Hour Photo

Bisher habe ich meine vollgeschossenen Filme zu einer Drogerie oder zu einem Elektronikfachgeschäft zum entwickeln getragen. Ein guter Deal: Man gibt den Film ab und bekommt ca. eine Woche später den Film entwickelt zurück mit Abzügen und Scans der Negative. Man zahlt 12€ und geht wieder mit den Fotos, die man teilweise schon vor Monaten gemacht hat, wieder heim und freut sich.

Aber vor kurzem hatte ich den Drang, die Ergebnisse sofort zu haben. Ich weiß, dieser Prozess des Wartens wird von einigen gehypet, weil es Teil des analogen Charmes ist, dabei gab es so genannte Minilabs, mit denen man Fotos in einer Stunde oder weniger entwickeln konnte, schon seit Ende der 80er. Es zerstört für mich also nicht das Retro-feel, meine Bilder kurz nach dem Ablichten ansehen zu können.

Doch leider gibt es solche Minilabs nicht mehr an jeder Straßenecke. In Berlin gibt es diesen Laden, Jet Foto, der einem kostengünstig Bilder in 2-3 Stunden entwickeln und abziehen kann, aber in der kleinen Stadt Würzburg würde man so etwas nicht erwarten. Immer wenn ich an dem kleinen Fotoladen in einer Seitengasse des unteren Markts in Würzburg vorbeilief  hielt ich das Neonschild mit der Aufschrift “1 Stunde Photo – Kodakfilm” für ein Relikt aus den 90ern oder so einen Touch, den man aus Ästhetikgründen behalten hat. Aber nun war ich gereizt dieses Versprechen einzufordern und siehe da: Es gibt noch ein Minilab im kleinen Würzburg!

Zugegeben, es ist nicht so spottbillig wie das Entwickeln im Jet Foto in Berlin, aber dafür geht es auch zwei Stunden schneller. Während man in Berlin für Entwicklung, Abzüge und Scans ca. 10-15€ zahlt (die sind dann aber auch fancy verpackt), würde man hier 5€ pro Film nur für die Entwicklung blechen und dann 60ct pro Abzug und das Digitalisieren noch mal extra. Ich habe mich für die Basisvariante für 5€ entschieden, denn ich bin seit kurzem im Besitz eines CanonScan 8800f, mit dem ich Negative hochauflösend einscannen kann.

SONY DSC

Eine halbe bis dreiviertel Stunde später hielt ich schon die Filmdosen mit jeweils einem langen Negativstreifen in den Händen. Daheim konnte ich das ganze dann in passende Streifen schneiden (ein tolles Gefühl) und einscannen und ich überlege nun tatsächlich, ob ich in Zukunft öfter so verfahren werde und mich nicht auf eine Woche Wartezeit einlasse.

SONY DSC

Ein Tipp noch am Rande, wenn man negative einscannen will, generell zum handhaben von Filmen: Im Euroshop gibt es weiße Stoffhandschuhe mit denen man keine Fingerabdrücke o.ä. auf dem Film hinterlässt. Generell ist es auch ratsam die Negative vor Staub und Kratzern zu schützen. Die Scheibe des Scanners sollte man gegebenfalls auch reinigen, mit einem Mikrofasertuch oder so.

Hier der erste Film, der mit dieser Methode entwickelt wurde.
Kamera: Minolta 7000, Film: ISO 200 von Rossmann (abgelaufen 2007), Objektive: versch.

smfsk

I’m a 22 year old trainee. Moved to Stuttgart. I'm into analog and digital photography and I write about stuff sometimes.

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